Ferienhaus in Gotland Hamra, DinellJohansson Architekten | BAUKOBOX

Ferienhaus in Gotland

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2010
Wohnen

62332 Hamra
Schweden
einschichtig
aussenbündig
Satteldach
Lochfassade
Putz
Wohnen
Architekt
Architekt
DinellJohansson Architekten

Der Auftrag kam aus dem sehr begrenzten Budget: ein Haus so einfach wie möglich. So einfach wie die Scheune, die wir in eine Sommerwohnung umbauen wollten, die aber nie auf dem Markt auftauchte: ein offener Raum mit einer großen Anzahl möglicher Betten, Kochen in der Mitte, Waschgelegenheiten außerhalb des Hauses. Planungsvorschriften regelten die Platzierung des Hauses an den inneren Teil des Grundstücks, der zum Zeitpunkt der Planung noch dicht bewachsen und kaum zugänglich war. Daher wurde das Haus mit allgemeinen Qualitäten entworfen, die keine Vorder- oder Rückseite schaffen und alle Seiten des Grundstücks gleich behandeln. Vier große Öffnungen 2,4x2m sind entsprechend der Rotationssymmetrie angeordnet, eine in jeder Fassade. Nach Norden gerichtet ist ein festes Fenster, die anderen drei sind verglaste Türen. Es gibt keine Hierarchie zwischen den Türen - jeder kann als Eingang verwendet werden. Zwei Dachfenster fügen dem Innenraum ein Oberlicht hinzu.

Aus historischem Mangel an Holz ist der Holzbau, der anderswo in Schweden bevorzugt wird, auf der Insel Gotland nicht so dominant. Stattdessen hat die lokale Bautradition zu einfachen verputzten Steinhäusern mit wenigen Details geführt.

Aus diesem Grund erhielt das Haus ein traditionelles Bauvolumen mit verputzten Wänden und einem 45-Grad-Satteldach ohne Rinnen. Die Wände bestehen aus leichten Betonmauersteinen und das Dach ist mit gewellten Aluzink-Stahlblechen verkleidet, die vorzugsweise in landwirtschaftlichen Gebäuden in der Region eingesetzt werden. Die Abmessungen des Bauvolumens und der Öffnungen werden entsprechend der Größe der Mauersteine gewählt, um den Materialverlust zu minimieren.

Es gibt eine erhaltene Tradition der kleinen Fensterfertigung auf Gotland, die es ermöglichte, die unkonventionelle Lösung von Fenstern außerhalb der Wände auszuprobieren, die es ihnen ermöglicht, sich um 180 Grad zu öffnen. Durch den bündigen Fensterrahmen zu den Nischenwänden und dem Boden erscheint die Öffnung von innen als sauberes, nicht detailliertes Loch in der Wand. Nach oben öffnend werden die Türen durch einen einfachen Federstahlbeschlag entlang der Fassade gehalten.

Vier 40cmx40cm Lüftungsöffnungen mit Drahtgewebe und innenliegenden Sperrholzrollläden ermöglichen eine diagonale Luftzirkulation durch das Haus. Im Winter werden sie einfach mit einer Dämmplatte ergänzt.

Das Dach hat eine einfache Konstruktion mit Sparren, die von einem längs verlaufenden Brettschichtholz-Firstträger getragen werden. Aufgrund der Spannweite wird der Träger von einer Stahlsäule getragen, die unvollendet und verrostet blieb. Die Innenseite des Daches ist mit den gleichen Stahlblechen wie an der Außenseite verkleidet. All dies zusammen mit den verputzten Innenwänden verleiht dem Innenraum eine Qualität von "außen aber innen". Teile des Innendaches, um die Oberlichter herum, sind mit Sperrholz verkleidet. Die Verkleidung bedeckt die Fensterrahmen und die Dachfenster erscheinen als Löcher zum Himmel.

Der Innenraum wird von zwei Sperrholzvolumina dominiert, die in und darüber hinaus Raum zum Spielen und Schlafen bieten. Um und zwischen diesen Bänden herum findet der Eintritt, das Kochen, Essen und Wohnen statt. Alle Bedienfunktionen sind auf einem 90 cm breiten Streifen durch das Haus organisiert. Die gesamte technische Ausrüstung sowie das gesamte Wasser und die Entwässerung befinden sich entlang dieses Bandes, was die Komplexität der Installationsarbeiten reduzierte. Räumliche Funktionen wie Treppen, Abstellräume, Schränke, Bücherregale usw. befinden sich ebenfalls entlang des Servierstreifens. In der Mitte befindet sich die Küche, die aus einer 3,1mx0,9m Betonbank mit integriertem Kamin besteht. Es wird vor Ort gegossen und die Schränke sind verbleibende Teile des Gussteils. In diesem Fall wurde das Schalungssperrholz für seinen eigentlichen Zweck verwendet.

Die Möbel werden größtenteils aus unserem wiederverwendeten Baumaterial zusammengesetzt.

Quelle: Dinell Johansson Architects
Photos: Elisabeth Toll

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