Haus der Musik Innsbruck

2018
Kunst & Kultur
Universitätsstraße 1
6020 Innsbruck
Österreich
Kunst & Kultur
Keramik
Lochfassade
Flachdach
mehrschichtig

Das Haus der Musik vereint Aufführungsstätten mit dem Lehr-, Forschungs- und Arbeitsbetrieb zahlreicher der Musik verpflichteten Institutionen. Damit ist es ganzjährig von Leben erfüllt. An zentraler städtebaulicher Nahtstelle entsteht so ein öffentlicher Ort, der über sein Programm hinaus auch zu den benachbarten historischen Kulturbauten neue Zugänge eröffnet.

Das Zusammenspiel der die vielschichtige und innerhalb der Institutionen synergetischen Nutzung andeutenden, mehrschichtigen Fassade und der lapidaren – aber raumplastisch umso wirkmächtigeren – Bauskulptur bringt die Vielfalt und die Zugänglichkeit des Hauses auf eine selbstverständliche und selbsterklärende Weise zum Ausdruck. Auf subtile Art bildet sich die so geschaffene Innenwelt an der Gebäudehülle ab und holt gleichzeitig die Stadt und die Menschen zu sich herein.

Keramikfassade Keramik besteht aus Tonmineralien, die unter hohen Temperaturen gebrannt werden: Feuer – Wasser – Erde. Beim HdMvsind die Fassadenbekleidungen aus stranggepressten Keramik- Profilen mit einer Maximallänge von 150 cm und einer einfach gebranntenvGlasur. Die freie Anordnung und der Glanz der verschiedenen opaken Profile spiegelt das Sonnenlicht als komplexes Linienmuster in hellbraun bis schwarz changierenden Farben.

Die formale Ausgestaltung der bauplastischen Profile geht auf die rhythmische Überlagerung zweier Längenintervalle zurück. Während in allen opaken Bereichen je Meter 4 Profile angeordnet sind wird in den transparenten Bereichen der Meter durch 3 Lamellen geteilt. Auch die Binnengliederung der 3 unterschiedlichen opaken Profile unterliegt diesem Teilungsmuster. In der Musik würde man diesen Zusammenhang eine Vierteltriole nennen.

Als Ort der künstlerischen Arbeit und des Austausches stellt es Räume bereit, die Anlass zu ständiger und auch überraschender Begegnung sind. Bühne ist dort wo Dialog stattfindet, unbeabsichtigt und informell genauso wie inszeniert und dargeboten.

Text: Ernst Beneder und unverblümt - Erich Strolz
Fotos: Günther Egger

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