Campuserweiterung Hochschule Niederrhein

2014
Hochschule
Obergath 75
47805 Krefeld
Deutschland
Hochschule
Aluminium
Beton
Silikonharzputz
Bandfassade
Flachdach
hinterlüftet

Konzept

Wir haben den Campus Krefeld Süd durch einen Neubau für zwei Institute erweitert. Mit dem Gebäude bilden wir eine neue Grünachse aus, die ein Portal für den Standort schafft und setzen ein Zeichen entlang der Hauptstraße Obergath. Die Leitidee für das Gebäude ist die Kommuni­kation und Vernetzung der Nutzer. Dazu organi­sieren wir alle hochfre­quen­tierten Raumein­heiten in einem vollkommen transpa­renten Erdgeschoss und die konzen­trierten Lern- und Arbeitszonen in einem homogenen, zweige­schossigen Volumen, das darüber schwebt.

Mit dem Typus des Atrium­hauses schaffen wir eine maximale Durchläs­sigkeit zwischen Nutzern und Nutzungen. Atrium, Innenraum und umgebende Landschaft verschmelzen durch großzügige Glasfassaden. Studierende und Dozenten haben von allen Ebenen im Gebäude Blickbezüge in andere Raumzonen - durch die ringförmige Organi­sation stärken wir das Potential informeller Kommuni­kation.

Krefeld hat eine lange Tradition als Web- und Seidenstadt. Wir greifen diese historische Analogie auf und umhüllen die beiden Oberge­schosse mit einem feinen Metall­schleier. Das Gewebe übernimmt den Sonnen- sowie Wärmeschutz und symbolisiert den Raum für eine konzen­trierte Lehr-, Lern- und Forschungs­at­mo­sphäre.

Wir haben das Gebäude als Betonske­lettbau mit ausstei­fenden Sichtbe­ton­kernen konzipiert. Die beiden Oberge­schosse sind als vorfabri­zierter Holzele­mentbau in das Skelett eingeschoben. Durch diese Bauweise ist ein hochfle­xibles Gebäude entstanden, das leicht auf Nutzungs­ver­än­de­rungen reagieren kann.

Konstruktion

Die Kühlung von Forschungs- und Büroge­bäuden ist eine größere Heraus­for­derung als die Beheizung. Daraus haben wir ein architek­to­nisches Thema entwickelt: Die Fassade des Gebäudes ist mehrschichtig aufgebaut. Die hochwär­me­ge­dämmte erste Haut ist umgeben von einer Struktur aus Aluminium-Streck­metall in 1,25m Abstand. Die rotierenden Lamellen dieses Metall­schleiers reagieren jahres­zeit­ab­hängig auf den Sonnenstand und blocken die direkte Sonnen­ein­strahlung ab. Die Rotation eröffnet zu jeder Zeit Ausblicke ins Grüne Umfeld und einen hervor­ra­genden Tageslicht­eintrag in das Gebäude. Als Beitrag zum Low-Tech Konzept unterstützen Nachtaus­küh­lungs­flügel die natürliche Kühlung der Büros in den Abendstunden.

Die Kühl- und Heizenergie für den Neubau wird geothermisch über 140m tiefe Bohrungen erzeugt. Die Verteilung der Energie erfolgt wasser­basiert über den Boden und die Decke des Gebäudes. Eine nachge­lagerte Wärmepumpe nutzt im Winter die Erdwärme, um Heizenergie zu erzeugen. Im Sommer agiert das System invers zur Kühlung.

Text: KarzelWillKarzel Architekten
Fotos: Guido Erbring, Köln und Frank Schoepgens, Köln
Isometrie: Fabian Hahl im Seminar FASSADE 4.0 an der TUK

Die Vorarbeit zu dieser Projektpublikation entstand im Rahmen der Baukonstruktionslehre im Seminar FASSADE 4.0 an der TUK durch eine Studienarbeit von Fabian Hahl.

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