Gesundheitskiosk Urleben

2023
Sonderbau
Straße der Einheit
99955 Urleben
DE
Sonderbau
Holz
Lochfassade
Flachdach
aussenbündig
hinterlüftet

Der Gesundheitskiosk Urleben ist einer der fünf Gesundheitskioske in den Gemeinden Blankenburg, Bruchstedt, Kirchheilingen, Urleben und Sundhausen, die durch das Büro Pasel-K Architects als Holzbauexperimente mit Bushaltestellen realisiert wurde.

Konstruktion, Klima, Nachhaltigkeit

Der experimentelle Charakter des Vorhabens dient der Entwicklung von prototypischen Bauten einerseits und der Entwicklung neuer kollaborativer Prozesse andererseits. Beidem kommt eine Modellrolle zu, die weit über die Region hinausstrahlt. Anhand der Gesundheitskioske wird so ein konkreter Beitrag zu einer neuen regionalen Baukultur generiert, der den ländlichen Raum als Chance begreift Neues zu schaffen und Innovation und zeitgenössische Gestaltung mit lokaler Tradition in Einklang bringt.

Auch hinsichtlich ihrer Konstruktion sind die Gesundheitskioske einzelne Modellvorhaben bezüglich unterschiedlicher Holzbauweisen. Es wurden traditionelle Holzständerkonstruktionen und Massivholzbauweisen geplant. Um beispielhaft die Möglichkeiten des Holzbaus abzubilden, wurde mit Dach-/Wandaufbauten und Fassadenkonstruktionen gleichermaßen experimentiert. Ressourcensparendes Bauen und Zirkularität sind fest im Projekt verankerte Grundprämissen. So konnte das ‚fliegende' pinke Podium von MVRDV aus Rotterdam einer neuen Bestimmung am Landzentrum und an den Gesundheitskiosken zugeführt werden (2nd Life).

Klimaorientiert und ökologisch sind die Gesundheitskioske zum einen im Sinne ihrer Materialisierung als unbehandelte Holzbauten, als auch hinsichtlich ihrer weitreichenden Autarkie und der Versorgung mit Solarenergie, die auf den Dächern integriert und auch den Strom für die angeschlossene Elektromobilität für E-Bikes und E-Autos liefern wird. Die mit Holzwolle oder Einblaszellulose gedämmten Versuchsbauten sind aber insbesondere unter sozialen Aspekten nachhaltig, da sie im Prozess verschiedene lokale Akteure in zahlreichen kollaborativen Formaten in die Umsetzung einbinden und so weit über das ‚architektonische Produkt' hinaus integrativ wirksam zu werden. Konkret bedeutet das: Die Gesundheitskioske (und auch das Landzentrum) wurden gemeinschaftlich gebaut.

Text: Pasel-K Architects
Fotos: Thomas Müller

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