Befestigungsverfahren für bituminöse Abdichtungsbahnen - Basiswissen | BAUKOBOX
Basiswissen

Befestigungsverfahren für bituminöse Abdichtungsbahnen

Die Befestigung hängt von der gewählten Bitumenbahn und vom konkreten Einsatzfall ab und ist unter Berücksichtigung der zutreffenden DIN-Normen/Flachdachrichtlinie und in Rücksprache mit dem Hersteller bzw. der ausführenden Firma festzulegen:

 

1.   Schweißverfahren: Die Unterseite der Schweißbahn und der Untergrund werden gleichzeitig so stark erhitzt, dass sie eine flächige und dauerhafte Verbindung eingehen.

2.   Schnellschweißverfahren: analog dem Schweißverfahren. Entsprechend zugelassene Bahnen besitzen auf der Unterseite zumeist schnell aktivierbare Streifen aus Elastomer-Selbstklebebitumen, die eine schnelle und sichere Verarbeitung ermöglichen und dabei den Untergrund weniger durch Hitze beanspruchen als konventionelle Schweißbahnen.

3.   Flämmverfahren: die auf den Untergrund/die untere Abdichtungslage gegossene Klebemasse aus Heißbitumen wird durch Wärmezufuhr aufgeschmolzen und die aufgerollte Bitumenbahn darin ausgerollt und angedrückt.

4.   Gieß- und Einwalzverfahren (auch Gießverfahren oder Gieß- und Einrollverfahren): vor die aufgerollte Bahn wird auf dem Untergrund Klebemasse ausgegossen, die Bahn wird eingerollt und gleichmäßig angedrückt, sodass eine vollflächige Verklebung mit dem Untergrund entsteht.

5.   Kaltselbstklebeverfahren: flächiges Aufkleben/Andrücken der Bitumenbahn unter Abziehen einer Trennschicht (Papier oder Folie). Das Verfahren verursacht keine Hitzebeanspruchung angrenzender oder darunter liegender Bauteile und eignet sich daher besonders für hitzeempfindliche/brandge-fährdete Untergründe (z.B. Holz, Wärmedämmung) oder im Bereich von hitzeempfindlichen/brandgefährdeten Dachdurchdringungen wie Kunststoffrohren oder Oberlichtern. Auch die Kombination mit Schweißbahnen ist möglich, z.B. eine kaltselbstklebende Bahn als erste Schicht unter einer Schweißbahn, oder die Verwendung kalt selbstklebender Bahnen an empfindlichen Detailpunkten. Auch an stark geneigten Dächern (z.B. Sheddächern) lassen sich kalt selbstklebende Bahnen besonders sicher und einfach verarbeiten.

6.   Mechanische Befestigung (nicht bei einer Ausführung gem. DIN 18195): lose verlegte Bahnen, über-lappend mit verklebten Nähten, z.B. mit überdeckten Breitkopfstiften linear im Überlappungsbereich befestigt. Die Befestigung muss hinsichtlich ihres Widerstandes gegen Windsog statisch bemessen werden.

7.   Sicherung durch Auflast (nicht bei einer Ausführung gem. DIN 18195): lose verlegte Bahnen, über-lappend mit verklebten Nähten. Auflast, z.B. durch eine Gesteinsschüttung der Korngröße 16/32 in einer Mindestdicke von 50 mm, oder mit Betonplatten, Betonverbundpflaster, oder extensive Vegetations-schichten. Die erforderliche Auflast muss hinsichtlich ihrer Absicherungswirkung gegen Windsog statisch bemessen werden.

Quelle: bauwion