Stehfalzeindeckung - Expertenwissen | BAUKOBOX
Expertenwissen

Stehfalzeindeckung

Metalldeckungen sind sehr flexibel und können somit auch bei außergewöhnlichen Dachformen verwendet werden.

Durch die Wahl des Materials, dessen Beschichtung und dessen Deckungsart bieten Metalldeckungen ein breites Gestaltungsspektrum. Die gängigsten nicht selbsttragenden Deckungsarten sind Doppelfalz-, Winkelstehfalz- und Leistenfalzdeckungen sowie Deckungen aus Metallschindeln oder –rauten. Die gängigsten Metallarten sind beschichteter Stahl, Kupfer, Zink, Edelstahl, Aluminium und Titanzink.

Metalldeckungen sind sehr langlebige und zumeist wartungsfreie Deckungsarten. Metalle sind, abgesehen von kunststoffbeschichteten Produkten, recycelbar und vom Einfamilienhaus bis zur Industriehalle universell einsetzbar. Sie eignen sich vor allem bei flachen Dachneigungen und lassen sich auch als Wandbekleidung verwenden. Zum Schutz gegen Korrosion und Witterungseinflüsse entwickeln manche Metalle eine eigene Schutzschicht, die sogenannte Patina. Andere werden mit Beschichtungen geschützt. Metalldeckungen sind in vielen Farben und Oberflächen erhältlich und können auch auf gebogenen oder geschwungenen Dächern eingesetzt werden. So lassen sie einen großen Spielraum für individuelle architektonische Gestaltungen. Die Planung und Ausführung von Metalldächern ist allerdings sorgfältig durchzuführen, da alle Metalle diffusionsdicht sind.

Hinweise zur Planung von Dacheindeckungen aus Metall

Mindestdachneigung: Laut „Fachregeln für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk“ des ZVDH sind für alle nicht selbsttragenden Metalldeckungen Dachneigungen unter 3° nicht zulässig. Laut DIN 18339 gilt dies nur für Falzdeckungen aus Titanzink. Bei allen anderen Materialien sind bei Dachneigungen unter 3° die Längsfalze zusätzlich abzudichten.

Wasserdampfdiffusion: Bei Metalldächern aller Art spielt die Wasserdampfdiffusion eine besondere Rolle, da Metalldächer nach außen absolut diffusionsdicht sind. Das bedeutet, dass die in den Dachaufbau eingedrungene Feuchtigkeit nicht durch die Metalldeckung entweichen kann, so dass Kondenswasser entstehen und den Dachaufbau schädigen kann, wenn keine Vorkehrungen zur Abtrocknung eingedrungener Feuchtigkeit getroffen werden, s. Ausführung als Warmdach und Ausführung als Kaltdach.

Ausführung als Warmdach: Die Ausführung eines Metalldaches als Warmdach ist mit einer konventionellen Dampfbremse (mit festem Sd-Wert <1.500 m) aufgrund der Diffusionsdichtheit der Metalldeckung grundsätzlich nicht möglich.

Die Ausführung mit einer innenliegenden Dampfsperre ist problematisch, da bereits kleine Fehlstellen, z.B. durch Perforationen der Dampfsperre oder im Bereich von Anschlüssen/ Durchdringungen, schnell zu Feuchteschäden im Dachaufbau führen können: die eingedrungene Feuchtigkeit kann durch das diffusionsdichte Metalldach nicht nach oben, durch die Dampfsperre aber auch nicht nach unten abgeführt werden.

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Quelle: bauwion