Abgehängte Decken und Unterdecken aus Gipsplatten - Expertenwissen | BAUKOBOX
Expertenwissen

Abgehängte Decken und Unterdecken aus Gipsplatten

Fugenlose Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken bestehen aus einer Unterkonstruktion aus Metall oder Holz und einer Bekleidung als fertiger Deckenuntersicht. Sie haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten: als optisch hochwertiger oberer Raumabschluss können sie die Raumproportionen verändern, Platz schaffen für technische Installationen, die Raumakustik verbessern oder der Erfüllung von Schallschutz-, Wärmeschutz- oder Brandschutzanforderungen dienen. In vielen Fällen befindet sich oberhalb der Bekleidung zusätzlich eine Dämmschicht aus Mineralwolle, um z.B. Wärmeschutz-, Schallschutz- oder Brandschutzanforderungen zu erfüllen.

Bild: Gipsplatten-Deckenbekleidung / Unterdecke mit Metall-Unterkonstruktion - bauwion

Bild: Akustik-Gipsplatten-Unterdecke mit Metall-Unterkonstruktion - bauwion

Bild: Gipsplatten-Unterdecke freitragend mit Metall-Unterkonstruktion - bauwion

Bild: Gipsplatten-Deckenbekleidung/Unterdecke mit Holz-Unterkonstruktion - bauwion

Mehr über Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken

Unterkonstruktion:

  • Eine Metall-Unterkonstruktion von abgehängten Gipsplatten-Unterdecken oder direkt an der Rohdecke befestigten Gipsplatten-Deckenbekleidungen besteht in der Regel aus Grundprofilen und Tragprofilen (jeweils z.B. aus CD-Profilen), die zueinander um 90° gedreht in den der Zulassung bzw. den technischen Regeln entsprechenden Abständen montiert werden. Die Grundprofile werden entweder direkt (über entsprechende Systembauteile) oder über Abhänger an der darüber liegenden Rohdecke befestigt. Eine Ausnahme bilden freitragende Decken, die zumeist lediglich eine Trägerebene als Unterkonstruktion haben (z.B. aus CW-Profilen), die über Querprofile in den gegenüberliegenden Wänden befestigt wird.
  • Bei Holz-Unterkonstruktionen muss das verwendete Holz mindestens die Güteklasse S 10 (MS 10) nach EN 1912 erfüllen und darf höchstens 20 % Massenanteile an Holzfeuchte enthalten.
  • Eine Holz-Unterkonstruktion von abgehängten Gipsplatten-Unterdecken besteht in der Regel aus einer Grundlattung (Mindestquerschnitt gem. DIN EN 13964: mindestens 40 mm x 60 mm) und einer Traglattung (Mindestquerschnitt gem. DIN EN 13964: mindestens 48 mm x 24 mm, alternativ beide Lattungen mindestens 50 mm x 30 mm), die zueinander um 90° gedreht in den der Zulassung bzw. den technischen Regeln entsprechenden Abständen montiert werden. Die Grundlattung wird über Abhänger an der darüber liegenden Rohdecke befestigt.
  • Eine Holz-Unterkonstruktion von direkt an der Rohdecke befestigten Gipsplatten-Deckenbekleidungen besteht in der Regel aus einer Grundlattung und einer Traglattung (Mindestquerschnitte gem. DIN EN 13964: jeweils mindestens 48 mm x 24 mm), die zueinander um 90° gedreht in den der Zulassung bzw. den technischen Regeln entsprechenden Abständen montiert werden. Die Grundlattung wird direkt an der darüber liegenden Rohdecke befestigt.
  • Abhänger gibt es aus verzinktem Draht, Federstahl, Gewindestäben, Aluminium- oder Stahlblech.
  • Die Befestigung im Untergrund muss mit für den jeweiligen Baustoff zugelassenen Befestigungsmitteln (z.B. Dübel, Setzbolzen) erfolgen. Bei einer Brandbeanspruchung des Deckenzwischenraumes benötigen die Befestigungsmittel auch hierzu eine entsprechende Zulassung.
Hinweise zur Planung

Konstruktionshöhe: Die Konstruktionshöhe der Deckenbekleidung/Unterdecke ergibt sich aus der Bekleidungsstärke, der Höhe der Unterkonstruktion und ggf. der Abhängung. Für das lichte Maß in der Zwischendecke, z.B. als Installationsraum für technische Leitungen, ist die Bekleidungsstärke und die Höhe der Unterkonstruktion abzuziehen. Bei abgehängten Unterdecken ist die Abhanghöhe ab dem angegebenen Mindestmaß frei wählbar und kann so optimal z.B. auf den erforderlichen Platzbedarf in der Zwischendecke oder auf äußere Anschlusshöhen abgestimmt werden. Bei allen Systemen sind Konstruktionshöhen ab ca. 70 mm möglich.

Trennwandanschluss: Damit eine Deckenbekleidung/Unterdecke mit Anforderung an die Feuerwiderstandsfähigkeit als raumabschließendes Bauteil zulassungskonform an eine aufgehende Trennwand anschließen kann, muss für die Trennwand mindestens die gleiche Feuerwiderstandsfähigkeit wie für die Unterdecke nachgewiesen sein.

Schallschutz: Deckenbekleidungen/Unterdecken verbessern in aller Regel deutlich den Schallschutz zu den darüber liegenden Gebäudebereichen. Zu den Verbesserungen sind jedoch keine allgemeingültigen Aussagen möglich, da hierbei zu viele Randbedingungen, insbesondere die Bauart der flankierenden Bauteile und der Rohdecke, eine Rolle spielen. Das genaue Maß der Verbesserung ist also im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Einbausituation zu prüfen und zu berechnen und ggf. nach VDI 3755 zu bewerten.

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Hinweise zur Bauausführung

Lagerung von Gipsplatten: Die Lagerung von Gipsplatten sollte horizontal und eben erfolgen, d.h. z.B. auf trockenen Paletten oder eng liegenden Lagerhölzern. Bei der Lagerung von Gipsplatten ist die zulässige statische Belastungsgrenze der Decke schnell erreicht. Die Platten sind daher unter Berücksichtigung des Plattengewichts und der zulässigen Deckentragfähigkeit zu lagern, mit möglichst großem Abstand der einzelnen Paletten zueinander.

Verarbeitung von Gipsplatten: Gipsprodukte sind auf der Baustelle bei Transport, Lagerung und Einbau vor Feuchtigkeitseinwirkungen zu schützen. Insbesondere Gipsplatten nehmen durch Feuchtigkeit, aber auch durch Verformungen schnell Schaden. Mit der Materialanlieferung und Verarbeitung sollte daher erst begonnen werden, wenn die Fassadenhülle einschließlich Dach einen funktionierenden Schutz vor Feuchtigkeit/ Niederschlägen bietet. Nach dem Einbau sollten Gipsplatten nicht einer länger anhaltenden Luftfeuchtigkeit von über 80 % ausgesetzt werden. Insbesondere bei zeitgleich erfolgenden Innenputz- oder Estricharbeiten ist eine ausreichende Lüftung sicherzustellen, um Schäden an den Trockenbauwänden durch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.

Verspachtelung von Gipsplatten: Die Verspachtelung von Gipsplatten sollte gem. DIN 18181 nur bei Raumtemperaturen ≥ 10° C erfolgen.

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Normen und Literatur

DIN 4102-2, Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen; Bauteile, Begriffe, Anforderungen und Prüfungen

DIN 6812, Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Auslegung des baulichen Strahlenschutzes

DIN 18041, Hörsamkeit in Räumen; Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung

DIN 18168-1, Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken - Teil 1: Anforderungen an die Ausführung

DIN 18180, Gipsplatten - Arten und Anforderungen

DIN 18181, Gipsplatten im Hochbau - Verarbeitung

DIN 18182-1, Zubehör für die Verarbeitung von Gipsplatten - Teil 1: Profile aus Stahlblech

DIN 18340, VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Trockenbauarbeiten

DIN EN 520, Gipsplatten - Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 13964, Unterdecken - Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 14195, Metallprofile für Unterkonstruktionen von Gipsplattensystemen - Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN ISO 11654, Akustik - Schallabsorber für die Anwendung in Gebäuden - Bewertung der Schallabsorption (ISO 11654)

VDI 3755, Technische Regel, Schalldämmung und Schallabsorption abgehängter Unterdecken

Bauregellisten, Bauregelliste A, Bauregelliste B und Liste C, herausgegeben vom ► Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt)

Baustellen-Bedingungen, Merkblatt Nr. 1, Hinweise und Richtlinien für Trockenbauarbeiten mit Gipsplatten-Systemen, herausgegeben durch die Industriegruppe Gipsplatten im Bundesverband der Gipsindustrie e.V.

Verspachtelung von Gipsplatten, Merkblatt Nr. 2, Oberflächengüten, Hinweise und Richtlinien für Trockenbauarbeiten mit Gipsplatten-Systemen, herausgegeben durch die Industriegruppe Gipsplatten im Bundesverband der Gipsindustrie e.V.

Gipsplattenkonstruktionen, Fugen und Anschlüsse, Merkblatt Nr. 3, herausgegeben durch die Industriegruppe Gipsplatten im Bundesverband der Gipsindustrie e.V.

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Quelle: bauwion