Erdkollektor-Wärmepumpe - Basiswissen | BAUKOBOX
Basiswissen

Erdkollektor-Wärmepumpe

Unter Erdkollektor-Wärmepumpen werden alle Wärmepumpensysteme zusammengefasst, die ihre Energie dem oberflächennahen Erdreich entnehmen. Alle Erdkollektoren sind dabei auf nicht versiegelte Grundstücksflächen angewiesen, weil Feuchtigkeitseinträge aus Regenwasser und solare Erwärmung von oben die Leistung der Wärmeübertragung steigern bzw. das Erdreich regenerieren. Dabei darf die Fläche über dem Kollektor auch bepflanzt werden, lediglich tiefwurzelnde und/oder empfindliche Pflanzen und Bäume sollten vermieden werden, damit ihr Wachstum durch das teilweise abgekühlte Erdreich nicht beeinträchtigt wird, aber auch um die Erdleitungen nicht zu beschädigen. Die Abkühlung des Erdreichs kann bis zur Vereisung der direkten Umgebung der Rohre führen, dies ist bis zu einem bestimmten Maß völlig unproblematisch. Führt der Wärmeentzug auf Grund einer unterdimensionierten Anlage oder einer überdurchschnittlichen Entnahme zu einer zu starken Vereisung, kann der Kollektor Schaden nehmen, weil Regenwasser und Sonne die Regenerierung des Bodens außerhalb der Heizperioden nicht mehr ausreichend herstellen können. Ein Leistungseinbruch des Kollektorsystems ist die Folge. Vor allem bei der Erstaufheizung des Estrichs ist darauf Rücksicht zu nehmen.

 

Auf die Größe der Erdkollektorfläche bzw. die Länge der Erdleitungen haben folgende Faktoren Einfluss:

  • Heizwärmebedarf des Gebäudes
  • COP-Zahl als Leistungszahl der Wärmepumpe
  • Volumenstrom der Wärmepumpe
  • Spezifische Entzugsleistung des Bodens

 

Folgende gängige Erdkollektor-Systeme stehen zur Verfügung:

  • Flächenkollektor
  • Erdkörbe
  • Grabenkollektor
  • Ringgrabenkollektor
  • Spiralsonden

 

Es existieren aber auch noch diverse andere Methoden, Energie aus Erdwärme zu gewinnen, wie z. B. die sogenannten Aquifere oder Direktverdampfer-Anlagen.

 

Der Erdkollektor muss als oberflächennaher Kollektor in der Regel nicht genehmigt bzw. angezeigt werden. Nur in Ausnahmefällen, z.B. in Wasserschutzgebieten, muss eine Genehmigung eingeholt werden.

1: Wärmepumpe

2: Pufferspeicher

3: Rücklauf

4: Vorlauf

5: Verteilerschacht

6: Erdkollektor

Quelle: bauwion