Naturstein-Fassade | BAUKOBOX
Expertenwissen

Naturstein-Fassade

Naturstein als Baustoff findet sich nahezu einsatzbereit in der Natur. Vor der Nutzung erfolgt keine Herstellung, lediglich die Gewinnung und Bearbeitung des Materials ist notwendig. Dadurch ist der Energieverbrauch im Vergleich mit anderen Baustoffen eher gering.

Mehr über Naturstein

Heutzutage erfolgt die Gewinnung von Naturstein material- und umweltschonend ohne große Sprengungen statt. Der Werkstoff wird mit modernster Technik ressourcenschonend aus der Bruchwand geschnitten. Abgebaute Teile des Steinbruchs werden unmittelbar mit nicht verwendetem Abraum verfüllt.

Im Kreislauf der Natursteingewinnung wird das gesamte Material verwendet. Gesteinsreste können wirtschaftlich im Garten- und Landschaftsbau genutzt werden.

Da Naturstein in seiner eingesetzten Form in der Natur vorkommt, enthält er keinerlei Schadstoffe. Chemische Hilfsstoffe oder Schutzanstriche sind nicht nötig. Naturstein ist nicht brennbar.

Verarbeitung

Naturstein wird in Form von großen, tonnenschweren Blöcken aus der Bruchwand geschnitten. Bei der Verarbeitung kommen Stahlsand- oder Diamantgatter zum Einsatz. Mit ihnen werden die Blöcke in dickere Tranchen oder dünne Rohplatten aufgesägt. Danach können sie auf verschiedenste gewünschte Formate geschnitten werden. Möglich sind quadratische und rechteckige Platten sowie alle weiteren beliebigen Formen.

Auch Massivteile wie Pfosten, Gesimse und Umrahmungen können hergestellt werden.

Verankerung

Verankerungssysteme, Befestigungen und Verbindungen sind entsprechend DIN 18516-1 & -3 statisch nachzuweisen.

Prinzipiell unterscheidet man bei den Verankerungssystemen zwischen folgenden Typen:

1.) Edelstahl-Gleitmörtelanker

Dieses System ist die wirtschaftlichste und bewährteste Bauweise und konnte sich seit Jahrzehnten in der Praxis behaupten. Edelstahl-Gleitmörtelanker sind im Ankerbohrloch in allen 3 Richtungen fein justierbar und können Rohbautoleranzen ausgleichen.

Bilder: DNV / HOFMANN Naturstein

2.) Dübelanker

Dübelanker sind Ankerteile, die Lasten der Bekleidung über Schraubverbindungen in den Verankerungsgrund einleiten. Sie sind in 3 Richtungen begrenzt justierbar.

Bild: HOFMANN Naturstein

3.) Anschweißanker

Die Ankerplatten werden eingemauert oder angedübelt. Da Schweißverbindungen sofort tragfähig sind und Bauwerkstoleranzen in alle Richtungen ausgeglichen können, hat sich die Baustellenschweißung bewährt.

Bilder: DNV - Deutscher Natursteinverband

4.) Unterkonstruktion (Tragprofile)

Das System besteht aus Befestigung, Unterkonstruktion und Verankerung und bietet Vorteile bei großen Abständen zwischen Rohbau und Bekleidung.

Bilder: DNV - Deutscher Natursteinverband

Alle Systeme können thermisch getrennt am Rohbau befestigt werden, so dass sogar „Passivhaus“-Standard erreicht werden kann!

Hinweise zur Planung

Oberflächengestaltung

Die Oberfläche von Natursteinplatten lassen sich auf verschiedenste Art gestalten.

Um ein Licht- und Schattenspiel zu erzeugen können Nuten oder Kanneluren eingefräst werden.

Weitere Behandlungen sind:

  • handspalten
  • polieren
  • bürsten
  • fein bürsten
  • grob bürsten
  • schleifen
  • stocken
  • scharrieren
  • beflammen
  • jetstrahlen
  • tellerstrahlen
  • tellerstocken

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